Zauberhafte Eis-Clowns
Bei den Olympischen Spielen in Vancouver wollen sie im Februar nächsten Jahres olympisches Paarlauf-Gold holen. Einen ersten Schritt auf diesem harten Weg absolvierten die zweimaligen Weltmeister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bei der Nebelhorn-Trophy in Oberstdorf. Ein Saison-Einstand nach Maß, denn die beiden verzauberten mit einem innovativen Programm und deuteten ihre Möglichkeiten mit einer schwierigen Kür an.
Oberstdorf, 28. September (isk-Korrespondent Guido Dobbratz):Da lief durchaus noch nicht alles rund und glatt, aber wir werden das schon noch mit den entsprechenden Inhalten füllen“, befand Trainer Ingo Steuer nach dem souveränen Sieg seiner Schützlinge. Die Paarläufer sind längst zum Gradmesser im modernen Paarlauf geworden und Ingo Steuer treibt nicht nur sie zu ständig neuen Höchstleistungen an. In seinem Zentrum in Chemnitz feilt er auch mit dem ukrainischen Paar Voloshar/Morozow sowie dem Schweizer Duo Morand/Dorsaz. Diese Paare belegten im Allgäu die Plätze 2 und 5 und auch sie schafften die Qualifikation für Olympia in Vancouver. Der frühere Weltmeister wird also mit drei Paaren in Kanada vertreten sein und das bestätigt seinen guten Ruf in der Branche. „Ingo hat einfach ein Gespür für den Paarlauf“, anerkannte beispielsweise Oleg Vassiliew, selbst ehemaliger Weltmeister und ein erfolgreicher Paarlauftrainer.
Ein besonderer Wurf ist Steuer mit dem neuen Kurzprogramm von Savchenko/Szolkowy gelungen. Da suchte er mit der Musik von „Send in the Clowns“ ein elegisches Liebeslied aus einem Broadway-Musical aus und schneiderte ein Programm voller Raffinesse. Steuer selbst schminkte die als Clowns verkleideten Läufer mit schwarzen und weißen Punkten, achtete auf jedes Detail. Punktgenau kamen dann die sportlichen Höhepunkte auf dem Eis und die attraktive Aljona gab sich mit Partner Robin keine Blöße. „Wir wollen mit diesem Programm etwas Außergewöhnliches schaffen, um bei den Preisrichtern höchste Aufmerksamkeit zu erzielen“, verkündet Robin Szolkowy.
Den entsprechenden Kontrast dazu wollen sie dann in der Kür setzen und deshalb haben sie sich dort die Fußball-Hymne „You’ll never walk alone“ ausgesucht. Dieser Titel soll auch symbolisieren, dass die zweimaligen Weltmeister mit ihrem Trainer trotz früherer, zahlreicher Widerstände ihren Weg nicht allein gehen und sie von vielen Fans und Anhängern begleitet werden. Allerdings kommt die vom holländischen Stargeiger André Rieu bearbeitete Musikversion viel zu oberflächlich daher und da scheint noch genauso viel Handlungsbedarf wie bei einigen anderen Elementen. „Wir stehen aber erst am Anfang der Saison und können da noch entsprechend reagieren“, so Steuer.
Zeit zum Feilen und Testen bleibt genügend, denn Savchenko/Szolkowy starten noch bei zwei Grand-Prix-Wettbewerben Ende Oktober in Paris und Mitte November in Kanada. Anfang Dezember folgt dann das finanziell lukrative Grand-Prix-Finale in Tokio. Dort werden die Weltmeister dann wissen, wie weit ihre olympische Konkurrenz besonders aus China und Kanada ist. Mitte Januar 2010 gibt es den letzten Härtetest bei den Europameisterschaften in Tallinn, ehe Kurs Vancouver angelenkt wird. Als „Clowns auf dem Eis“ haben sie in Oberstdorf bereits Spuren hinterlassen und ihre Verwandlungskunst gezeigt.



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